Haupttagung

„Digitale Bildung“.
Medienbezogene Bildungskonzepte für die nächste Gesellschaft

Frühjahrstagung 2017 der Sektion Medienpädagogik
der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft

Ort:         Universität Mainz, Georg-Forster-Gebäude, Jakob-Welder-Weg 12, 55128 Mainz
Termin:    9.-10. März 2017

Dirk Baecker hat die ‚nächste’ Gesellschaft als jene beschrieben, in der der Computer an der menschlichen Kommunikation teilnimmt. Mit der Einführung des Computers in die Gesellschaft ist zugleich ‚überschüssiger Sinn’ produziert worden, der – so Baecker – durch gesellschaftliche Strukturen verarbeitet und normalisiert werden muss. Die Medienpädagogik ist einer der Akteure in diesem Prozess und die Schule eine zentrale Institution. In Letzterer sollten medienbezogene Bildungskonzepte implementiert werden, damit die Sinnhaftigkeit von Medien im Kontext von Bildung entwickelt werden kann.

Das anstehende KMK-Strategie-Papier „Bildung in der digitalen Welt“ sollte wesentliche Momente einer „digitalen Bildung“ in der Schule sowie in der Lehrer*innenbildung aufzeigen und unterstützen. Für die Medienpädagogik resultieren daraus zwei Aufgaben: zum einem gemeinsam mit der Schulpädagogik angemessene Formen der Integration digitaler Medien in Lehr- und Lernprozessen zu konzipieren, zum anderen mit der Informatik zu diskutieren, was unter digitaler Bildung zu verstehen ist. Während Letzteres an anderen Orten diskutiert wird, ist Ersteres bisher vernachlässigt worden.

Die Tagung widmet sich bezogen auf diese notwendige Kooperation unter anderem gemeinsam mit Schulforscher*innen und Schulpädagog*innen thematisch zwei Fragen:

  1. Wie sollte aus schulpädagogischer bzw. medienpädagogischer Sicht die Medienintegration aussehen und wie kann bzw. sollte ‚digitale Bildung’ in Schule und Unterricht gestaltet werden?
  2. Welche theoretischen und forschungsmethodischen Zugänge haben sich bei der Analyse der pädagogischen Nutzung digitaler Medien im Unterricht bewährt und welche sollten weitentwickelt werden?

Die erste Frage soll den Begriff ‚Digitale Bildung’ – der ja ein Etikett für vielfältige Vorstellungen ist – klären helfen und dabei Konzepte für innovatives Lehren und Lernen mit digitalen Medien in der Schule entwickeln, um somit auch bildungspolitische Impulse zu geben.

In der Diskussion der zweiten Frage sollen wechselseitig Konzepte, Erfahrungen und Ergebnisse vorgestellt werden. Dadurch könnte zum einem die Medienpädagogik von den Erfahrungen der Schul- und Unterrichtsforschung profitieren, zum anderen könnte aber auch die Schulpädagogik ihren Blick auf einen Unterricht mit digitalen Medien erweitern und zum dritten Impulse für die Schulentwicklung gegeben werden.

Ergänzt werden diese Perspektiven um zwei Erweiterungen:

Zum einem sollen innovative Lehrpersonen und Schulleitungen ihren Unterricht und ihre Schulkonzepte mit digitalen Medien vorstellen und mit den Teilnehmenden der Tagung diskutieren. Zum anderen sollen Vertreter von Unternehmen (zum Beispiel Microsoft, Samsung, Apple) sowie Initiativen (zum Beispiel ‚Bündnis für Bildung’, ‚Digitale Bildung neu Denken’), die sich für ‚Digitale Bildung’ engagieren, zur Diskussion ihrer Intentionen für dieses Engagement eingeladen werden.

Außerdem können wir uns vorstellen, digitale Bildung auch ‚erfahrbar‘ bzw. diskutierbar zu machen, indem wir Vortragende dazu einladen, innovative Formate einzubringen (z.B. Flipped Conference). Der Call ist daher nicht auf festgelegte Formate beschränkt. Beteiligte sind zu unterschiedlichen Vortrags- und Präsentationsformaten eingeladen, der Einsatz digitaler Tools etc. ist willkommen. Wir werden uns bemühen, Ideen technisch möglich zu machen und Vorschläge umzusetzen.

Darüber hinaus wird die grundlegende Struktur der Tagungen der Sektion Medienpädagogik beibehalten und es wird auch einen thematisch freien Teil geben. Hier finden Berichte aus aktuellen Forschungsprojekten, theoretische Beiträge und Beiträge aus der Praxis, die Erwartungen an die wissenschaftliche Medienpädagogik herausarbeiten, Raum. Wir laden daher herzlich dazu ein, auch themenferne medienpädagogische Beiträge einzureichen.

Einreichung von Abstracts
Reichen Sie thematisch passende und themenferne Abstracts (max. 500 Wörter zuzüglich Literaturhinweise) ein. Bitte weisen Sie aus, welches bestimmte Präsentationsformat Sie wählen möchten (z.B. Flipped Conference, traditioneller Vortrag, Posterbeitrag, Ausstellung, Konzeptimplementierung, etc.) – wir werden versuchen diese technisch möglich zu machen. Die Einreichungen werden in einem doppelt blinden Gutachtenverfahren beurteilt. Das Programm wird aus den positiv beurteilten Einreichungen zusammengestellt.
Bitte senden Sie Ihr Abstract bis zum 30. November 2016 an Tim Riplinger
Die Benachrichtigung über die Annahme erfolgt bis zum 21. Dezember 2016.

Konzeption und Tagungsplanung
Arbeitsgruppe Medienpädagogik & Arbeitsgruppe Schulforschung / Schulpädagogik
Institut für Erziehungswissenschaft
Universität Mainz

Koordination:
Prof. Dr. Stefan Aufenanger, AG Medienpädagogik, Universität Mainz,
Jun.-Prof. Dr. Jasmin Bastian, AG Medienpädagogik, Universität Mainz,
Prof. Dr. Tobias Feldhoff, AG Schulforschung / Schulpädagogik, Universität Mainz,
Prof. Dr. Marius Harring, AG Schulforschung / Schulpädagogik, Universität Mainz.

Organisation und Nachfragen:
M.A. Tim Riplinger

Hinweis auf Publikation: Die wissenschaftlichen Beiträge zum Tagungsthema sollen zur Publikation geführt werden. Weitere Informationen folgen.